
2011-09-30
200.000km
Kleines Jubiläum beim eigenen PKW. 


Klo und so
Was macht man, wenn die eingebaute Toilette mitsamt Fäkalientank ständig stinkt? Richtig: Die Ursache suchen. Kein Job für schwache Nasen, aber zum Glück kann ich sowas ab. Eine uralte Pumpe, nie erklärte Funktionen und viel Kalk (aka Urinstein) haben der gesamten Anlage zu schaffen gemacht.
Das alles hier im Detail aufzuführen, wärezu viel zu unappetitlich. Nur so viel: Ich habe die gesamte Anlage im Grunde mit bloßen Händen gereinigt und mir umfassende Informationen zur Funktionsweise verschafft. Inzwischen ist sie hunderprozentig problemlos benutzbar, riecht und kleckert nicht und, auch wenn's komisch klingen mag, es macht Spaß, auf dem Boot zur Toilette zu gehen.
Letztendlich habe ich die alte Handpumpe neben der Toilettenschüssel noch ausgetauscht, da sämtliche Dichtungen verschlissen waren und die Pumpe selber aus den 80er-Jahren stammte. Dann nur noch die Schüssel vom Urinstein befreien – voila.
So muss ein Bord-WC aussehen:

Das alles hier im Detail aufzuführen, wäre
Letztendlich habe ich die alte Handpumpe neben der Toilettenschüssel noch ausgetauscht, da sämtliche Dichtungen verschlissen waren und die Pumpe selber aus den 80er-Jahren stammte. Dann nur noch die Schüssel vom Urinstein befreien – voila.
So muss ein Bord-WC aussehen:

Das selbstgebaute Betankungsssystem
Wie betankt mein sein Boot? Die Eigner von kleineren Motorbooten haben das Problem meistens nicht. Sie nehmen einen Tank wie auf dem oberen Foto, schleppen ihn zum Boot, schließen die Treibstoffleitung direkt an den Tank an und fahren dann durch die Gegend.
Jeder, der festinstallierte Tanks in seinem Schiff hat, wird das anders lösen müssen. Entweder fährt man zur Bootstankstelle, die aber relativ teuer ist – oder man schleppt den Sprit zum Boot und füllt ihn dann mit einem Trichter um. Eine umständliche und oftmals auch nicht ganz saubere Lösung.
Im Laufe des Sommers kam uns eine wunderbare Idee: Wir haben zwei Motorboottanks gekauft, eine Ölpumpe, Spiralschlauch und eine Druckluftpistole. Die Pumpe ist hinter einer Wandverkleidung fest montiert, die Druckluftpistole sitzt am Ende des Spiralschlauches und alle Komponenten sind mit Druckluftkupplungen versehen. Diese Kupplungen haben zwei Vorteile: Zum einen sind sie ölbeständig, zum anderen schließen sie mit Federkraft dicht ab, so dass keine Reste herauslaufen können.
In der Praxis sieht das nun so aus: An einer normalen Tankstelle fülle ich die beiden Kanister (zusammen immerhin 40 Liter) und schleppe sie bei Gelegenheit zum Boot. Dann einfach den kurzen Ansaugschlauch auf die Kupplung drücken, die Druckluftpistole in den Tankeinfüllstutzen hängen (Die Tringa hat zwei große Dieseltanks und dementsprechend zwei Einfüllstutzen, einen auf jeder Decksseite. Daher der Spiralschlauch.), die Pumpe einschalten und ein paar Minuten abwarten.
Wir sind stolz auf diese Technik.


Jeder, der festinstallierte Tanks in seinem Schiff hat, wird das anders lösen müssen. Entweder fährt man zur Bootstankstelle, die aber relativ teuer ist – oder man schleppt den Sprit zum Boot und füllt ihn dann mit einem Trichter um. Eine umständliche und oftmals auch nicht ganz saubere Lösung.
Im Laufe des Sommers kam uns eine wunderbare Idee: Wir haben zwei Motorboottanks gekauft, eine Ölpumpe, Spiralschlauch und eine Druckluftpistole. Die Pumpe ist hinter einer Wandverkleidung fest montiert, die Druckluftpistole sitzt am Ende des Spiralschlauches und alle Komponenten sind mit Druckluftkupplungen versehen. Diese Kupplungen haben zwei Vorteile: Zum einen sind sie ölbeständig, zum anderen schließen sie mit Federkraft dicht ab, so dass keine Reste herauslaufen können.
In der Praxis sieht das nun so aus: An einer normalen Tankstelle fülle ich die beiden Kanister (zusammen immerhin 40 Liter) und schleppe sie bei Gelegenheit zum Boot. Dann einfach den kurzen Ansaugschlauch auf die Kupplung drücken, die Druckluftpistole in den Tankeinfüllstutzen hängen (Die Tringa hat zwei große Dieseltanks und dementsprechend zwei Einfüllstutzen, einen auf jeder Decksseite. Daher der Spiralschlauch.), die Pumpe einschalten und ein paar Minuten abwarten.
Wir sind stolz auf diese Technik.


Unwetter und Abschleppdienst
Nach Sonnenschein kommt auch mal Regen und manchmal kommt der Regen mit Gewittern und Sturmböen daher. So überraschte uns, als wir eine kleine Probefahrt in Richtung Flussaufwärts gemacht hatten, ein Unwetter. Es war nur kurz, reichte aber sogar am folgenden Tag für etliche Erwähnungen in den Medien. Blitzeinschläge, umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer, vollgelaufene Keller…
Auf dem Wasser haben wir das, von quasi null Sicht mal abgesehen, kaum mitbekommen.
Aber da war noch etwas: Ein knapp 30 Meter langes und 60 Tonnen schweres Segelschiff hatte an der Mole zwischen Weser und Lesum festgemacht. "Die sind aber mutig, da darf man gar nicht anlegen und außerdem ist es dort wegen der aufgeschütteten Böschung auch nicht sonderlich tief!", dachten wir noch – und sahen plötzlich, wie die Besatzung des Seglers am winken war. Sie hingen dort mit einem Motorschaden fest und waren gänzlich manövrierunfähig.
Trotz der widrigen Witterungsverhältnisse und des völlig ungleichen Gewichtsverhältnisses (10 Tonnen gegen 60 Tonnen) versuchten wir weit über eine Stunde lang, dem Skipper und seiner Mannschaft zu helfen und das Schiff in den nahegelegenen Hafen Vegesack zu schleppen. Aber wir hatten keine Chance, gegen die Strömung der Weser zu arbeiten.
Irgendwann kam die Wasserschutzpolizei vorbei (wer auch immer die gerufen hat) und hat dem manövrierunfähigen Zweimaster geholfen und wir konnten uns ohne schlechtes Gewissen verabschieden.
Die angebotene Einladung auf einen Kaffee werden wir bei Gelegenheit noch annehmen.

Auf dem Wasser haben wir das, von quasi null Sicht mal abgesehen, kaum mitbekommen.
Aber da war noch etwas: Ein knapp 30 Meter langes und 60 Tonnen schweres Segelschiff hatte an der Mole zwischen Weser und Lesum festgemacht. "Die sind aber mutig, da darf man gar nicht anlegen und außerdem ist es dort wegen der aufgeschütteten Böschung auch nicht sonderlich tief!", dachten wir noch – und sahen plötzlich, wie die Besatzung des Seglers am winken war. Sie hingen dort mit einem Motorschaden fest und waren gänzlich manövrierunfähig.
Trotz der widrigen Witterungsverhältnisse und des völlig ungleichen Gewichtsverhältnisses (10 Tonnen gegen 60 Tonnen) versuchten wir weit über eine Stunde lang, dem Skipper und seiner Mannschaft zu helfen und das Schiff in den nahegelegenen Hafen Vegesack zu schleppen. Aber wir hatten keine Chance, gegen die Strömung der Weser zu arbeiten.
Irgendwann kam die Wasserschutzpolizei vorbei (wer auch immer die gerufen hat) und hat dem manövrierunfähigen Zweimaster geholfen und wir konnten uns ohne schlechtes Gewissen verabschieden.
Die angebotene Einladung auf einen Kaffee werden wir bei Gelegenheit noch annehmen.

Abgelaufen
2011-09-29
Sommertag
Einer der wenigen wirklich schönen Tage in diesem Sommer. Zwischen den ganzen Bauarbeiten war das Schiff immer wieder aufgeräumt und lud zum verweilen und Bier trinken ein. 


DAS war der Impeller
Was auch immer dafür verantwortlich war, dass es den Impeller unserer Kühlwasserpumpe zerlegt hat – hier die traurigen Überreste eben jenen Neoprenbauteils:

Dummer Nebeneffekt: Das passierte bei ablaufendem Wasser auf der Weser. Mit (zum Glück nicht wortwörtlich) glühendem Motor sind wir im Schneckentempo bis nach Elsfleth gefahren und haben dort an einem Ponton festgemacht und uns um die Ersatzteilbeschaffung gekümmert. Zum Glück ist dem Motor dabei nichts Schlimmes passiert und wir konnten auch aus eigener Kraft wieder bis zur Lesum zurückfahren.


Dummer Nebeneffekt: Das passierte bei ablaufendem Wasser auf der Weser. Mit (zum Glück nicht wortwörtlich) glühendem Motor sind wir im Schneckentempo bis nach Elsfleth gefahren und haben dort an einem Ponton festgemacht und uns um die Ersatzteilbeschaffung gekümmert. Zum Glück ist dem Motor dabei nichts Schlimmes passiert und wir konnten auch aus eigener Kraft wieder bis zur Lesum zurückfahren.

Sicherungskästen
Im Rahmen des Neubaus der elektrischen Installation haben wir der Tringa drei Sicherungskästen verpasst. Ingesamt haben wir nun 36 einzelne Sicherungen, so dass nach Abschluss der Arbeiten jeder Verbraucher eine eigene Absicherung hat.
Das ominöse Kabel, dass Verbraucher- und Starter-Kreislauf miteinander verbunden hatte, entdeckten wir zum Glück auch, beseitigten es und wissen inzwischen dass die beiden Stromkreise hundertprozentig getrennt sind.
Inzwischen sind die Arbeiten an der elektrischen Anlage abgeschlossen. Wir können mit Stolz behaupten, dass die Elektrik auf dem Schiff absolut in Ordnung ist. Das können nicht viele Bootseigner, vor allem ältere Dampfer mit mehreren Vorbesitzern haben meistens mangelhaft ausgeführte elektrische Installationen.
Sollte bei uns mal irgendein Gerät ausfallen, kann es nur an der Sicherung, am Gerät selber oder am Kabel dazwischen liegen. Das soll uns auf einem fast 40 Jahre alten Boot erstmal einer nachmachen.


Das ominöse Kabel, dass Verbraucher- und Starter-Kreislauf miteinander verbunden hatte, entdeckten wir zum Glück auch, beseitigten es und wissen inzwischen dass die beiden Stromkreise hundertprozentig getrennt sind.
Inzwischen sind die Arbeiten an der elektrischen Anlage abgeschlossen. Wir können mit Stolz behaupten, dass die Elektrik auf dem Schiff absolut in Ordnung ist. Das können nicht viele Bootseigner, vor allem ältere Dampfer mit mehreren Vorbesitzern haben meistens mangelhaft ausgeführte elektrische Installationen.
Sollte bei uns mal irgendein Gerät ausfallen, kann es nur an der Sicherung, am Gerät selber oder am Kabel dazwischen liegen. Das soll uns auf einem fast 40 Jahre alten Boot erstmal einer nachmachen.


Kabelstrang unter dem Schalter-Panel
Großes Chaos herrschte auch unter dem Bedienfeld mit den vielen Schaltern zur Steuerung der Verbraucher auf der Tringa.
Hier in halbfertigem Zustand: Alle nur durchlaufenden Kabel (vor allem zu den Motorinstrumenten oberhalb des Steuerstandes) sind hier schon gebündelt. Es fehlen noch die Strippen von jedem Schalter zu den einzelnen Verbrauchern – aber das war letztendlich nur noch reine Strippenzieherei.

Hier in halbfertigem Zustand: Alle nur durchlaufenden Kabel (vor allem zu den Motorinstrumenten oberhalb des Steuerstandes) sind hier schon gebündelt. Es fehlen noch die Strippen von jedem Schalter zu den einzelnen Verbrauchern – aber das war letztendlich nur noch reine Strippenzieherei.

Batteriepanne und die Folgen
Unsere neue Ladeelektrik sollte ja unter anderem auch 100%ig die Verbraucherbatterie von der Starterbatterie trennen. Die Idee dahinter ist, dass man immer seine Maschine starten kann, auch wenn die eigentlichen Batterien leergelullt sind. Gleich nach der Fertigstellung der Ladetechnik haben wir die Anlage diesbezüglich dem Härtetest unterzogen: Landstrom raus, Kühlschrank angelassen – und ein paar Tage später trafen wir uns früh morgens am Schiff für eine Ausfahrt.
Nichts ging. Gar nichts. Der Anlasser klickte nichtmal mehr. Es war die große Verbraucherbatteriebank leer (wie geplant) und auch die Starterbatterie. Das war nicht geplant. Nach einer knappen halben Stunde am Landstrom konnten wir schließlich losfahren.
Während der Fahrt dachten wir darüber nach, was wohl passiert sein könnte. Ganz offensichtlich war noch irgendwo eine Brücke zwischen beiden Stromkreisen vorhanden. Aber wo? Die gesamte Elektroinstallation auf der Tringa war, wie auf anderen Booten auch, etwas buggy: Es gab ungenutzte Kabel, NYM, Litze und Klingeldraht bunt gemischt in allen Farben, Lüsterklemmen, Steckschuhe, Quetschverbinder, Lötstellen und so weiter.
So beschlossen wir, das einmal komplett zu überarbeiten. Im Laufe mehrere Wochen öffneten wir sämtliche Verkleidungen und analysierten JEDES einzelne Stromkabel. Auf dem oberen Bild ist der geöffnete Steuerstand zu sehen.
Der Kabelhaufen auf dem unteren Bild besteht aus sämtlichen Strippen, die wir währenddessen als überflüssig oder ungenutzt identifiziert und deswegen extrahiert haben. Danach war die gesamte Elektrik schon deutlich übersichtlicher.


Nichts ging. Gar nichts. Der Anlasser klickte nichtmal mehr. Es war die große Verbraucherbatteriebank leer (wie geplant) und auch die Starterbatterie. Das war nicht geplant. Nach einer knappen halben Stunde am Landstrom konnten wir schließlich losfahren.
Während der Fahrt dachten wir darüber nach, was wohl passiert sein könnte. Ganz offensichtlich war noch irgendwo eine Brücke zwischen beiden Stromkreisen vorhanden. Aber wo? Die gesamte Elektroinstallation auf der Tringa war, wie auf anderen Booten auch, etwas buggy: Es gab ungenutzte Kabel, NYM, Litze und Klingeldraht bunt gemischt in allen Farben, Lüsterklemmen, Steckschuhe, Quetschverbinder, Lötstellen und so weiter.
So beschlossen wir, das einmal komplett zu überarbeiten. Im Laufe mehrere Wochen öffneten wir sämtliche Verkleidungen und analysierten JEDES einzelne Stromkabel. Auf dem oberen Bild ist der geöffnete Steuerstand zu sehen.
Der Kabelhaufen auf dem unteren Bild besteht aus sämtlichen Strippen, die wir währenddessen als überflüssig oder ungenutzt identifiziert und deswegen extrahiert haben. Danach war die gesamte Elektrik schon deutlich übersichtlicher.


Holzaufbau, Gammelvorschau
Manch einer wird es nicht glauben, dass ich knapp drei Monate nicht die Zeit gefunden habe, dieses Blog zu pflegen. Ich war tatsächlich beruflich und privat zu sehr eingespannt und habe jede Minute (auch auf dem Schiff) für andere Dinge genutzt, bzw. nutzen müssen. Was nicht heißt, dass nicht tatsächlich nennenswerte Ereignisse passiert sind. An der Tringa hat sich viel getan, es gab etliche Fotos und bevor sie nun in der nächsten Woche nach einer verflucht kurzen Saison (gerade mal 4 Monate…) wieder in die Halle kommt, möchte ich wenigstens der Vollständigkeit halber die Lücken hier auffüllen. 
Die größe und immer wieder kritisierte Schwachstelle an den alten Nauticats ist der Holzaufbau. Gerade auch an den Ecken und Kanten gibt es viele Angriffsflächen und genau dort gammelt es (wie "beruhigenderweise" auch an im Grunde allen anderen Schiffen mit ähnlichem Holzaufbau auch) munter vor sich hin.
Vor ein paar Wochen hatte ich einfach mal eine der Schutzleisten am hinteren Teil des Ausbaus demontiert. Das Bild spricht für sich, denke ich. An der Stelle kann man relativ problemlos mit einem spitzen Gegenstand eine zusätzliche Belüftungsöffnung installieren.
Das ist eine Baustelle für's Winterlager. Fotos werden folgen, wenn es so weit ist!

Die größe und immer wieder kritisierte Schwachstelle an den alten Nauticats ist der Holzaufbau. Gerade auch an den Ecken und Kanten gibt es viele Angriffsflächen und genau dort gammelt es (wie "beruhigenderweise" auch an im Grunde allen anderen Schiffen mit ähnlichem Holzaufbau auch) munter vor sich hin.
Vor ein paar Wochen hatte ich einfach mal eine der Schutzleisten am hinteren Teil des Ausbaus demontiert. Das Bild spricht für sich, denke ich. An der Stelle kann man relativ problemlos mit einem spitzen Gegenstand eine zusätzliche Belüftungsöffnung installieren.
Das ist eine Baustelle für's Winterlager. Fotos werden folgen, wenn es so weit ist!

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